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Rathaus Buxtehude Schmuckstück im Herzen der Altstadt

Das Rathaus Buxtehude befindet sich am Markt, Ecke Lange Straße und Breite Straße.

Rathaus Buxtehude

Rathaus Buxtehude

Rathaus Vorbau wurde durch Brand zerstört

Das vorherige mittelalterliche Rathaus von 1408, ein gotischer Hallenbau der zuvor an dieser Stelle stand, wurde zusammen mit den damals anliegenden Gebäude 1911 durch einen Brand zerstört. Das Feuer zog das komplette Viertel zwischen der Breiten Straße und der Kirchenstraße in Mitleidenschaft. Der Wiederaufbau wurde zwischen 1913 und 1914 nach Plänen des Architekten Alfred Sasse aus Hannover durchgeführt.

Alfred Sasse

Sasse wurde 1870 in Hannover geboren. Seine Ausbildung machte er in Buxtehude an der Baugewerkschule und dem Technikum Strelitz. Das Technikum, auch Politechnikum geannt, war einer Fachhochschule für Ingenieure, die 1875 in Buxtehude gegründet und später nach Strelitz verlegt wurde. An der Technischen Hochschule von Hannover studierte Alfred Sasse im Anschluss von 1892 bis 1896. Sasse plante und verwirklichte in seiner beruflichen Laufbahn viele Schulen, Wohnhäuser, Industriegebäude, Kirchen und Banken. So unter anderen das Vaterländische Museum in Celle, das Hannomag-Kanonenwerk in Hannover-Linden, die Kirche St. Michaelis in Schnega, sowie die Gaststätte Ahlemer Turm.

Architektur des Rathaus Buxtehude

Das heutige Rathausgebäude wurde mit Backsteinen im Stil der Heimatschutzarchitektur errichtet. An der Ecke wurde ein markanter polygonaler Eckturm erbaut. Im Inneren des Rathauses verwendete man Teile der Ausstattung des alten Rathauses, wie einer Wandvertäfelung, einfach wieder. Im historischen Ratssaal können sich heiratswillige Paare das Jawort geben. Hier befinden vielfältige Figuren- und Bildprogramme mit Motiven aus der Stadt und dem Umland. Das ausgestellte Ölgemälde enthält Szenen aus der Stadtgeschichte. Über dem Muschelkalk-Kamin im Zimmer des Bürgermeisters steht eine klassische Plattdeutsche Redewendung aus Buxtehude die übersetzt lautet: „Und sieht es auch noch so schlecht aus, dass läuft sich alles wieder zurecht.“ Im Ratskeller finden sich Reliefs mit Buxtehuder Szenen wie dem Schmied, dem Hund der mit dem Schwanz bellt sowie einem trinkfreudigen Gesellen.

Heimatschutzarchitektur

Als Heimatschutzarchitektur bezeichnet man einen Architekturstil der architektonischen Moderne zwischen 1904 und 1945, teilweise sogar bis 1960. Ins Leben gerufen wurde dieser Stil 1904 in Dresden vom Deutschen Bund für Heimatschutz. Ziel war es, die traditionelle Bauweise und das Handwerk zu fördern. Daneben sollten bestehende Bauformen wie der Historismus gefördert und weiterentwickelt werden. Repräsentative Gebäude wurden hingegen gerne im monumentalen Stil des Neoklassizismus ausgeführt und alte Formsprachen sollten wieder aufgegriffen werden. Teile dieses Stils stehen dem Backsteinexpressionismus von Fritz Höger (Chilehaus) nahe. Im Norden kam der traditionelle Backstein zum Einsatz, im Alpenraum Holz. Alle Gebäude sollten sich harmonische in die bestehende Umgebung einfügen. Die Nationalsozialisten griffen die Idee der Heimatschutzarchitektur auf und verwendeten sie für ihren Wohnungs- und Siedlungsbau.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse. Google+
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