Brandenburger Dom Wiege der Mark Brandenburg

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Der Brandenburger Dom ist mit über 1000 Jahren das älteste Bauwerk der Hansestadt Brandenburg an der Havel. Allgemein gilt der Dom als Mutterkirche und Wiege der schönen Mark Brandenburg. Gewidmet wurde das Gebäude den Heiligen Aposteln Petrus und Paulus.

Gründung des Bistums Brandenburg

Bereits vor über 1000 Jahren, genauer gesagt im Jahr 948, wurde der Grundstein zur Einrichtung der Havelberger Bistums/Diözese in Brandenburg durch König Otto I. gelegt. Ziel war es, die westslawischen Stämme zwischen Elbe und Oder zum Christentum zu bekehren. Für den Bau des ersten Doms eignete sich besonders die Insel zwischen dem Fluss Havel und dem Beetzsee. Zuvor hatte bereits Heinrich I., der Vater Ottos I. die dort liegende Fürstenburg 928 von den Havelwenden erobert. Fortan teilten sich der Dom den nördlichen und die Burg des Königs den südlichen Teil die Insel. Der Sklaven Aufstand von 983 setzte den Siedlungs-Bestrebungen jedoch ein jähes Ende. Der Dom wurde zerstört und die Deutschen wurden hinter die Elbe zurückgedrängt.

Rückeroberung durch den Prämonstratenser Orden

Dom Ensemble
Dom Ensemble

Unbeeindruckt von diesen Veränderungen, ernannte die Kirche weiterhin Bischöfe für die verloren gegangenen Wenden Bistümer. Denn insgeheim schmiedete man jedoch längst Pläne zur Rückeroberung der Gebiete. Unter Albrecht I. “Albrecht dem Bären” wurde der Prämonstratenser Mönchsorden im Jahr 1147 mit einem Kreuzzug gegen die Wenden beauftragt. Albrecht war der 1. Markgraf in Brandenburg und gilt als Vater der Mark Brandenburg. Nach der Rückeroberung im Jahr 1157 beanspruchte der Orden die Ländereien jedoch ganz für sich mit Brandenburg als Zentrum.

Prämonstratenser: “Weißer und Kanonischer Orden von Prémontré”

   

 

Albrecht der Bär, Vater der Mark Brandenburg

Brücke über den Domstreng
Brücke über den Domstreng

Die meiste Zeit regierte Albrecht von der Stadt Aschersleben am Harz. Im ist es zu verdanken, dass viele Siedler aus dem Harz und Holland in die Mark kamen. Sie brachten wichtiges Wissen mit, um Kanäle zu bauen, Teiche anzulegen und Mühlen zu bauen. Zudem wurden viele Ackerflächen angelegt und der Wein- und Obstanbau gefördert. Der König gilt daher nicht umsonst als “Vater der Mark Brandenburg”.

Um den Machtanspruch der Kirche in Brandenburg nicht ganz einzubüßen, begann Bischof Wilmar mit dem Bau des Domkapitel/Stift. Die ottonische Gründungsurkunde des Doms mit der kaiserlichen Bestätigung, befindet sich heute noch im Besitz des Domstifts. Den Stift ließ Wilmar indes mit Kanonikern aus der Gotthardthirche in der Altstadt besetzen.

 

   

Einweihung des neuen Dom-Fundaments

In einer feierlichen Prozession wurde im Jahr 1165 das Fundament des neuen Brandenburger Doms eingeweiht. Der romanische Dom ließ man aus Backstein in Gestalt einer kreuzförmigen und flachgedeckten Pfeilerbasilika mit sieben Arkaden errichten.

Dessen Umfassungsmauern sind auch heute noch erhalten. Der Umbau zu einer kathedralgotischen Hallenkirche wurde bereits 1290 in Angriff genommen. Trotz Dreier Spendenaufrufe kam dieses Vorhaben jedoch durch das Aussterben der Askanier und innermärkischen Wirren zum Erliegen. Erst nach der Befriedung der Mark Brandenburg durch die Hohenzollern gelang ein erfolgreicher Neustart. Unter Kurfürst Friedrich I. im Jahr 1415  wurde mit dem Umbau zur gotischen Basilika begonnen. Weitere Aus- und Umbaumaßnahmen folgten. Ursprünglich waren zwei Türme vorgesehen, von denen jedoch nur einer im 17. Jahrhundert umgesetzt wurde.

Zeitenwende nach Martin Luther

Wagner Orgel
Wagner Orgel

Mit der Säkularisierung des Domstifts im Jahr 1507 unter Martin Luther, wurde die Anlage 1544 evangelisch. Auch die Kanoniker als ehemaligen Herren des Domstifts verloren in dieser Zeit der Reformation ihre Anstellung.

Jahre später um 1705 entstand am Dom die sogenannte “Ritterakademie”, einer Adelsschule zur Vorbereitung auf den preußischen Staatsdienst, die bis ins Jahr 1937 bestand. 20 Jahre später wurde die Wagner-Orgel, die heute noch im Originalzustand erhalten ist, in den Brandenburger Dom eingebaut.

 

 

Erst Restaurierungen am Brandenburger Dom

Erste Maßnahmen zur Restaurierung des Gebäudes gehen zwischen 1833 und 1836 auf den berühmten Architekten Karl Friedrich Schinkel zurück. Dieser ließ zur Stabilisierung des Gebäudes Zuganker im Mittelschiff einbauen. Auch die farbige Glasrosette sowie eine Freitreppe zum Chor gehen auf ihn zurück. Die Statik des Gebäudes war auch in den nachfolgenden Jahren immer wieder ein Grund für Nachbesserungen (1960-1999). Abschließend wird aus dem geschichtsträchtigen Platz ein Ort der Bildung. 1979 zieht das Dommuseum in den Ostflügel, im Jahr 2006 folgt dann das Domgymnasium mit Kita und Grundschule für 800 Kinder.

Die Kostbarkeiten im Innern des Brandenburger Dom

Zweifelsohne geht der golden strahlende Hochaltar von 1518 zu den Highlights des Brandenburger Doms. Dieser stammt aus dem aufgelassenen Zisterzienserkloster Lehnin südwestlich von Berlin. Darauf abgebildet sind neben Maria, Petrus und Paulus auch der bedeutende Zisterzienser Bernhard von Clairvaux, Maria Magdalena, die heilige Ursula sowie Benedikt von Nursia. Ebenfalls aus dem Kloster Lehnin stammt das Brandenburger Retabel.

Das Dommuseum & Domstiftsarchiv

Predellentafel
Predellentafel

Im Inneren des Dommuseums werden wertvolle, Kunstwerke aus der wechselvollen Bistumsgeschichte aufbewahrt und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Darunter alte liturgische Handschriften und eine Sammlung gotischer Sakraltextilien. Hierzu gehören mehrere Kasel sowie das Brandenburger Hungertuch von 1290, der ältesten Stickerei des Bistums. Im Archiv des Doms finden sich indes so wertvolle Dokumente wie die Gründungsurkunde des Bistums Brandenburg (948) und auch die der Stadt Berlin (1244).

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Christoph Janß

Hallo, ich bin Christoph Janß, Blogger und Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. In meiner Werbeagentur Alster-Marketing.com helfe ich Kunden beim Online-Marketing sowie der Erstellung von Websites & Online-Shops.

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