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St. Nicolai Kirche 400 Jahre Bauzeit bis 1864

Die St. Nicolai Kirche in Lueneburg ist die kleinste von ehemals vier Hauptkirchen in der Hansestadt. St. Nicolai ist eine dreischiffige Backstein-Basilika mit Seitenkapellen und Emporen. Das Mittelschiff erreicht einen Höhe von 28,5 Metern. Mit dem Bau wurde ab 1406 begonnen und von Conrad Wilhelm Hase im Jahr 1864 abgeschlossen.

Bau der St. Nicolai Kirche in Lueneburg

Der Bischof von Verden gibt 1406 die Erlaubnis mit dem Bau einer Kapelle im Lüneburger Wasserviertel zu beginnen. 1409 kann der Sakralbau eingeweiht werden. Bereits um 1420 erkennt man, dass es eines größeren Gebäudes bedurfte, da die Bevölkerung schnell zunahm. Der Rat der Stadt Lüneburg beschließt demnach die Errichtung einer Kirche mit Langschiff. 1420 kann diese eröffnet werden. Da die Mittel für einen Kirchenturm immer wieder fehlen, zieht sich der anschließende Turmbau von 1460 bis ins Jahr 1587 hin.

Der Turm neigt sich bedenklich zur Seite

Bald nach Fertigstellung des Turms, vielen den Einwohnern Baumängel im Westjoch der Kirche (Achsabstand zwischen den Pfeilern/Säulen) sowie im Turm auf. Diese waren auf Mängel im Fundament und des Untergrunds zurückzuführen. Der Kirchenturm sowie einige Säulen neigten sich bedenklich zur Seite. Auch wiederholte Reparaturmaßnahmen führten zu keiner substantiellen Besserung. Sogar die Kirchenglocken musste aus statischen Gründen aufhören zu läuten. Nach einem Blitzschlag im Turm im Jahr 1811 brannte die Spitze vollständig ab. Man entschied sich 1830 für den Abriss.

Hochaltar
Hochaltar

Wiedererrichtung des Kirchenturms

Dem Kantor Klingemann ist es zu verdanken, dass ein Bauverein zur Erhaltung der St. Nicolai Kirche 1864 gegründet wird. Sein Gedenkstein befindet sich im Kirchengebäude. Conrad Wilhelm Hase, Konsistorialbaumeister der Hannoverschen Landeskirche wird mit der Reparatur des Kirchenschiffs sowie der Errichtung eines neuen Turms beauftrag. Der Architekt Hase (1818 in Einbeck) gilt als Begründer der neugotischen Hannoverschen Architektur-Schule. Er errichtete und restaurierte zu Lebenszeit in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts über 80 Kirchen und 60 Profanbauten. 1896 kann der neue Turm fertig gestellt werden. Der Turm kann heute über 239 Stufen bestiegen werden und führt vorbei an der bekannten Marienglocke von 1491.

Im Inneren der St. Nicolai Kirche

Im Gegensatz zu den Schwesterkirchen St. Johannis und St. Michaelis handelt es sich bei der gotischen St. Nikolai Kirche nicht um Hallenkirchen. Das Haupt- (28,5 Meter) und Seitenschiff (13,5 Meter) weist nicht die gleiche Höhe auf und zeichnet sie als Basilika aus. Die schlanken und hohen Säulen im Innern werden von einem bemerkenswerten Sternengewölbe im Deckenjoch verziert. Die spätromantische Orgel wurde von Furtwängler & Hammer geschaffen. Philipp Furtwängler erbaute unter anderem auch die Orgel in der St. Petri Kirche in Buxtehude 1859. Der golden bemalte Hauptaltar aus dem 15. Jahrhundert hing früher in der St. Lamberti Kirche und zeigt 20 geschnitzten Szenen aus dem Leben Jesu. Der älteste Gegenstand in der Kirche ist das Taufbecken aus Bronze von 1325. Im Chorumgang findet sich etwas ganz Besonderes: Die älteste Stadtansicht Lueneburgs aus de Jahr 1445. Weitere Informationen unter: www.st-nicolai.eu

St. Lamberti Kirche Lueneburg

Die St. Lamberti Kirche war die vierte Haupt-Kirche in Lüneburg und wurde 1861 abgetragen. Da sie sich direkt an der Abbruchkante zum Senkungsgebiet befand (in Folge des Salzabbaus) bildeten sich immer wieder Risse im Mauerwerk. Alle Sanierungs- und Reparaturmaßnahmen halfen nicht. Hinzu wurde der Turm bei einem Orkan 1703 schwer beschädigt und stürzte aufs Kirchenschiff. Das Gewölbe drohte einzustürzen. 1858 fand der letzte Gottesdienst statt und die Kirchensteine wurden meistbietend verkauft.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse.

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