Die Hanse

Hansestädte in Europa

Hansestädte in Europa

Die Hansestädte in Europa bildeten im Mittelalter eines der bedeutendsten Handelsnetzwerke ihrer Zeit. In der Blütezeit der Hanse waren mehr als 200 Städte über Handelswege auf Nord- und Ostsee sowie über Flüsse und Landwege miteinander verbunden.

Das hansische Netzwerk erstreckte sich vom heutigen Deutschland und den Niederlanden über Polen und das Baltikum bis nach Russland und Skandinavien. Bedeutende Handelsplätze waren unter anderem Lübeck, Hamburg, Brügge, Danzig, Riga, Tallinn, Visby, Bergen, London und Nowgorod.

Heute lebt die Tradition weiter: Im internationalen Städtebund DIE HANSE haben sich wieder fast 200 Städte aus 16 europäischen Ländern zusammengeschlossen.


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Wie viele Hansestädte gibt es in Europa?

Eine genaue Zahl historischer Hansestädte lässt sich nicht nennen, da sich die Hanse über mehrere Jahrhunderte entwickelte und Städte unterschiedlich stark in das Handelsnetz eingebunden waren.

In der Blütezeit zwischen dem 13. und 15. Jahrhundert waren mehr als 200 Städte Teil des hansischen Handelsnetzwerks.

Heute gehören dem internationalen Städtebund DIE HANSE wieder fast 200 europäische Städte an.

Liste der Hansestädte in Europa

Hansestädte und bedeutende hansische Handelsplätze befinden sich heute unter anderem in:

   
  • Deutschland
  • Belgien
  • Estland
  • Finnland
  • Frankreich
  • Großbritannien
  • Island
  • Lettland
  • Litauen
  • Niederlande
  • Norwegen
  • Polen
  • Russland
  • Schweden
  • Spanien
  • Belarus

Besonders dicht war das Netz der Hansestädte im heutigen Deutschland (insbesondere in Nordrhein-Westfalen), den Niederlanden, Polen und im Baltikum.

Bedeutende Hansestädte Europas

Zu den bekanntesten und historisch bedeutendsten Hansestädten und Handelsplätzen Europas gehören:

Lübeck – Deutschland

Lübeck entwickelte sich zu einem der wichtigsten Zentren der Hanse und nahm über Jahrhunderte eine führende Stellung innerhalb des Städtebundes ein. Die Altstadt mit Holstentor, Rathaus und ihren großen Backsteinkirchen erinnert bis heute an den Wohlstand der Hansezeit.

Hamburg – Deutschland

Die Lage an Elbe und Nordsee machte Hamburg zu einem wichtigen Bindeglied zwischen Seehandel und Binnenland. Bis heute trägt die Stadt offiziell den Namen „Freie und Hansestadt Hamburg“.

Bremen – Deutschland

Auch Bremen entwickelte sich durch Weser und Nordseehandel zu einer bedeutenden Handelsstadt. Gemeinsam mit Hamburg gehört Bremen zu den deutschen Stadtstaaten, die ihre hansische Tradition bis heute im offiziellen Namen tragen.

Brügge – Belgien

Brügge war im Mittelalter eines der wichtigsten Handelszentren Nordwesteuropas. Hier befand sich eines der vier großen Kontore der Hanse. Kaufleute aus zahlreichen Teilen Europas trafen in der flandrischen Handelsmetropole aufeinander.

Bergen – Norwegen

In Bergen befand sich mit dem Kontor auf Bryggen einer der wichtigsten Außenposten der Hanse. Von hier gelangte vor allem norwegischer Stockfisch nach Mittel- und Westeuropa.

Visby – Schweden

Die Stadt auf der Ostseeinsel Gotland war bereits vor dem Aufstieg Lübecks ein bedeutendes Zentrum des Ostseehandels. Ihre Lage mitten in der Ostsee machte Visby zu einem wichtigen Treffpunkt für Kaufleute aus West- und Osteuropa.

Riga – Lettland

Riga gehörte zu den wichtigsten Handelsstädten im östlichen Ostseeraum. Über die Düna bestanden Handelsverbindungen weit in das osteuropäische Hinterland.

Tallinn – Estland

Das damalige Reval war ein wichtiger Knotenpunkt zwischen dem westlichen Ostseeraum und Russland. Die mittelalterliche Altstadt vermittelt noch heute einen hervorragenden Eindruck vom Wohlstand der ehemaligen Handelsstadt.

Danzig – Polen

Das heutige Gdańsk entwickelte sich zu einem der bedeutendsten Häfen an der südlichen Ostseeküste. Getreide, Holz und andere Waren aus dem polnischen und osteuropäischen Hinterland wurden von hier nach Westeuropa verschifft.

Nowgorod – Russland

Nowgorod bildete einen wichtigen östlichen Endpunkt des hansischen Handels. Im Peterhof unterhielten niederdeutsche Kaufleute ein eigenes Kontor. Besonders begehrt waren Pelze, Wachs, Honig und andere Waren aus dem russischen Raum.

London – England

Mit dem Stalhof besaß die Hanse direkt an der Themse eines ihrer vier großen Kontore. England war insbesondere für den Handel mit Tuchen von großer Bedeutung.

Die vier großen Kontore der Hanse

Neben den eigentlichen Hansestädten spielten die Kontore eine zentrale Rolle. Sie waren dauerhafte Handelsniederlassungen, in denen Kaufleute Geschäfte abschlossen, Waren lagerten und ihre gemeinsamen Interessen vertraten.

Die vier großen Kontore waren:

  • Brügge in Flandern – Drehscheibe für den Handel mit Westeuropa
  • London in England – Stalhof und Zentrum des Englandhandels
  • Bergen in Norwegen – bedeutend für den Handel mit Stockfisch
  • Nowgorod in Russland – Peterhof und Tor zum Handel mit Osteuropa

Daneben entstanden zahlreiche kleinere Niederlassungen und Handelsstützpunkte in ganz Europa.

Hansestädte in Deutschland

Deutschland bildete das Kerngebiet der mittelalterlichen Hanse und besitzt bis heute besonders viele Städte mit hansischer Vergangenheit.

Dabei lagen längst nicht alle Hansestädte an Nord- oder Ostsee. Zahlreiche bedeutende Handelsstädte befanden sich im Binnenland, beispielsweise im heutigen Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Sachsen-Anhalt.

Zu den bekanntesten deutschen Hansestädten gehören Lübeck, Hamburg, Bremen, Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald, Lüneburg, Stade, Braunschweig, Dortmund, Münster, Soest, Köln und Magdeburg.

Eine ausführliche Übersicht mit den heutigen und historischen Städten findest du unter Hansestädte in Deutschland.

Hansestädte in Belgien

Brügge

Brügge gehörte zu den wichtigsten internationalen Handelsplätzen des Mittelalters. Die Stadt beherbergte eines der vier großen Kontore der Hanse und war eine wichtige Verbindung zwischen dem hansischen Handelsraum und den Märkten Westeuropas.

Hansestädte in Estland

Zu den heutigen Hansestädten beziehungsweise Mitgliedsstädten gehören unter anderem:

Pärnu, Tallinn, Tartu und Viljandi

Besonders Tallinn, das historische Reval, war für den Handel zwischen dem westlichen Ostseeraum und Russland von großer Bedeutung.

Hansestädte in Finnland

Turku und Ulvila

Turku, auf Schwedisch Åbo, entwickelte sich zu einem wichtigen Handelsplatz im nördlichen Ostseeraum.

Hansestädte in Frankreich

La Rochelle

La Rochelle war keine der klassischen Kernstädte der Hanse, besaß aber als Handelsplatz an der französischen Atlantikküste Verbindungen zum hansischen Handel und gehört heute zum modernen Städtebund.

Hansestädte in Großbritannien

Zu den englischen Städten mit hansischer Geschichte beziehungsweise heutigen Mitgliedsstädten gehören unter anderem:

Beverley, Boston, Great Yarmouth, Hull, Ipswich und King’s Lynn

England war für die Hansekaufleute ein wichtiger Markt. Neben dem großen Kontor in London bestanden Handelsbeziehungen zu zahlreichen englischen Hafenstädten.

Hansestädte auf Island

Hafnarfjörður

Der Ort bei Reykjavík erinnert an die weit nach Norden reichenden Handelsbeziehungen deutscher Kaufleute. Besonders im späten Mittelalter gewann der Handel mit Island an Bedeutung.

Hansestädte in Lettland

Zu den Hansestädten in Lettland gehören unter anderem:

Cēsis, Koknese, Kuldīga, Limbaži, Riga, Straupe, Valmiera und Ventspils

Riga nahm dabei eine herausragende Stellung ein und gehörte zu den wichtigsten Handelszentren des östlichen Ostseeraums.

Hansestädte in Litauen

Kaunas

Die Stadt an Memel und Neris war ein wichtiger Handelsplatz zwischen dem Ostseeraum und dem osteuropäischen Hinterland.

Hansestädte in den Niederlanden

In den Niederlanden befinden sich besonders viele Städte mit hansischer Vergangenheit.

Dazu gehören unter anderem:

Bolsward, Deventer, Doesburg, Elburg, Groningen, Harderwijk, Hasselt, Hattem, Kampen, Maasbommel, Oldenzaal, Ommen, Rijssen, Roermond, Stavoren, Tiel, Venlo, Zaltbommel, Zutphen und Zwolle.

Vor allem die Städte an IJssel und Zuiderzee profitierten vom Handel zwischen dem Rheinland, der Nordsee und dem Ostseeraum.

Hansestädte in Norwegen

Bergen

Bergen gehörte zu den bedeutendsten Außenposten der Hanse. Das historische Viertel Bryggen mit seinen charakteristischen Holzhäusern erinnert noch heute an die Zeit der Hansekaufleute.

Hansestädte in Polen

Polen besitzt zahlreiche Städte mit bedeutender hansischer Vergangenheit.

Dazu gehören unter anderem:

Białogard, Braniewo, Chełmno (Kulm), Danzig, Darłowo, Elbląg, Goleniów, Koszalin, Kołobrzeg, Krakau, Kwidzyn, Lębork, Malbork (Marienburg), Olsztyn, Stargard, Sławno, Słubice, Słupsk und Toruń (Thorn).

Besonders Danzig und Thorn entwickelten sich zu bedeutenden Handelszentren. Über die Weichsel gelangten große Mengen Getreide und andere Waren aus dem polnischen Hinterland an die Ostsee.

Hansestädte in Schweden

Kalmar und Visby

Vor allem Visby auf Gotland spielte bereits in der Frühzeit des hansischen Ostseehandels eine zentrale Rolle.

Hansestädte in Spanien

Laredo

Die nordspanische Hafenstadt verdeutlicht, wie weit die Handelskontakte der Hansekaufleute und die heutige Zusammenarbeit der Hansestädte reichen.

Hansestädte in Russland und Belarus

Auch zahlreiche Städte im heutigen Russland und Belarus sind historisch eng mit der Hanse verbunden. Dazu gehören unter anderem Weliki Nowgorod, Pskow, Smolensk, Polozk und Witebsk.

Eine besondere Bedeutung hatte Nowgorod. Dort befand sich mit dem Peterhof eines der vier großen Kontore der Hanse und damit einer der wichtigsten Stützpunkte für den Handel mit Osteuropa.

Handelsrouten der Hanse in Europa

Die Stärke der Hanse beruhte auf einem weit verzweigten Handelsnetz. Kaufleute transportierten Waren über Nord- und Ostsee und nutzten Flüsse wie Rhein, Elbe, Weser, Oder, Weichsel und Düna.

Dadurch waren nicht nur Hafenstädte miteinander verbunden. Auch weit im Binnenland gelegene Hansestädte konnten am internationalen Handel teilnehmen.

Zu den wichtigsten Handelswaren gehörten:

  • Salz
  • Getreide
  • Hering
  • Stockfisch
  • Holz
  • Pelze
  • Wachs und Honig
  • Tuche und Stoffe
  • Wein
  • Metalle
  • Bernstein

Die Hanse war damit weit mehr als ein Zusammenschluss einiger Hafenstädte. Ihr Handelsnetz verband Produktionsregionen, Handelsplätze und Absatzmärkte über Tausende Kilometer miteinander.

Hansestädte in Europa im Mittelalter

Die Hanse entstand nicht zu einem bestimmten Zeitpunkt. Bereits seit dem 12. Jahrhundert schlossen sich Fernkaufleute zusammen, um auf ihren Reisen ihre wirtschaftlichen Interessen gemeinsam zu vertreten und sich besser zu schützen.

Aus diesen Kaufmannsgemeinschaften entwickelte sich allmählich die Städtehanse. Vertreter der Städte kamen auf Hansetagen zusammen und fassten gemeinsame Beschlüsse.

In ihrer Blütezeit waren mehr als 200 Städte Teil des hansischen Handelsnetzwerks.

Besonders dicht war das Netz im Gebiet des heutigen Deutschlands. Eine Übersicht der deutschen Städte findest du unter Hansestädte in Deutschland im Mittelalter.

Freie und Hansestädte

Hamburg und Bremen tragen bis heute den Zusatz „Freie und Hansestadt“.

Die Bezeichnung „frei“ erinnert an ihre historische politische Sonderstellung. Als freie beziehungsweise reichsunmittelbare Städte verfügten sie über weitgehende Selbstverwaltung und waren keinem regionalen Landesherrn unterstellt.

Die Bezeichnung „Hansestadt“ erinnert dagegen an ihre jahrhundertelange Bedeutung für den hansischen Handel.

Mehr über die deutschen Hansestädte und ihre Geschichte findest du unter Hansestädte in Deutschland.

Die Hanse heute

Die historische Hanse existiert seit Jahrhunderten nicht mehr. 1980 wurde jedoch in Zwolle der erste Internationale Hansetag der Neuzeit veranstaltet. Daraus entwickelte sich der heutige Städtebund DIE HANSE.

Heute gehören ihm fast 200 Städte aus 16 europäischen Ländern an.

Wirtschaftliche Privilegien oder gemeinsame Handelspolitik spielen dabei keine Rolle mehr. Im Mittelpunkt stehen die Pflege des gemeinsamen kulturellen Erbes, internationale Zusammenarbeit, Tourismus und der Austausch zwischen den Städten.

Jedes Jahr findet in einer anderen Mitgliedsstadt der Internationale Hansetag statt.

FAQ – Hansestädte in Europa

Was ist eine Hansestadt?

Als Hansestädte werden vor allem Städte bezeichnet, die im Mittelalter zur Hanse gehörten oder eng mit dem hansischen Handel verbunden waren. Heute wird der Begriff außerdem für Städte verwendet, die ihre hansische Tradition pflegen oder dem modernen Städtebund DIE HANSE angehören.

Wie viele Hansestädte gab es in Europa?

Eine exakte Zahl lässt sich nicht nennen, da sich Zusammensetzung und Bedeutung der Hanse über Jahrhunderte veränderten. In ihrer Blütezeit waren mehr als 200 Städte Teil des hansischen Netzwerks.

Wie viele Hansestädte gibt es heute?

Der moderne Städtebund DIE HANSE umfasst fast 200 Mitgliedsstädte aus 16 europäischen Ländern.

Welche waren die wichtigsten Hansestädte?

Zu den bedeutendsten Städten des hansischen Handels gehörten unter anderem Lübeck, Hamburg, Bremen, Köln, Danzig, Riga, Tallinn und Visby.

Eine Sonderstellung nahmen die vier großen Kontororte Brügge, London, Bergen und Nowgorod ein.

War London eine Hansestadt?

London war keine Hansestadt im gleichen Sinne wie Lübeck oder Hamburg. Die Stadt war jedoch einer der wichtigsten Handelsplätze der Hanse. Am Londoner Stalhof befand sich eines der vier großen Hansekontore.

War Bergen eine Hansestadt?

Nein, Bergen war keine Hansestadt im eigentlichen Sinne. Bergen war vor allem Standort eines der vier großen Hansekontore. Die Hansekaufleute betrieben von Bryggen aus über Jahrhunderte insbesondere den Handel mit norwegischem Stockfisch.

Gab es Hansestädte nur an der Küste?

Nein. Zahlreiche bedeutende Hansestädte lagen im Binnenland. Städte wie Köln, Dortmund, Münster, Soest oder Braunschweig waren über Flüsse und Landhandelswege mit den großen Seehäfen verbunden.

Allein im heutigen Deutschland gab es zahlreiche Hansestädte weit entfernt von Nord- und Ostsee. Eine Übersicht findest du unter Hansestädte in Deutschland.

Welche Länder gehörten zur Hanse?

Die mittelalterliche Hanse war kein Staatenbund. Städte und Kaufleute aus Gebieten des heutigen Deutschlands, Polens, der Niederlande, Belgiens, Estlands, Lettlands, Litauens, Schwedens und weiterer europäischer Länder waren am hansischen Handel beteiligt.

Was waren die vier Kontore der Hanse?

Die vier großen Hansekontore befanden sich in Brügge, London, Bergen und Nowgorod. Sie bildeten wichtige Stützpunkte des hansischen Fernhandels.

Gibt es die Hanse heute noch?

Die mittelalterliche Hanse gibt es nicht mehr. Der moderne Städtebund DIE HANSE knüpft jedoch an ihre Tradition an und verbindet heute fast 200 europäische Städte.

Warum war Lübeck für die Hanse so wichtig?

Durch seine Lage zwischen Nord- und Ostseeraum entwickelte sich Lübeck zu einem zentralen Umschlagplatz. Die Stadt übernahm außerdem eine führende politische und organisatorische Rolle innerhalb der Hanse und war häufig Austragungsort der Hansetage.

Welche Hansestädte gibt es in Deutschland?

Deutschland besitzt besonders viele Städte mit hansischer Vergangenheit. Neben Lübeck, Hamburg und Bremen gehören dazu unter anderem Rostock, Wismar, Stralsund, Greifswald, Lüneburg, Stade, Dortmund, Münster, Soest und Köln.

Die vollständige Übersicht findest du unter Hansestädte in Deutschland.

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Christoph

Hallo ich bin Chris, Hobbyfotograf und Tourismus-Blogger aus dem schönen Buchholz in der Nordheide. Ich habe ein Faible für Geschichte, Architektur sowie Naturaufnahmen. Folge mir auf Google Maps oder hier:
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