Werben (Elbe)
Die kleinste Hansestadt Deutschlands
Die Hansestadt Werben (Elbe) liegt im äußersten Norden Sachsen-Anhalts, direkt am linken Elbufer in der Altmark. Mit rund 800 Einwohnern gilt sie als die kleinste Hansestadt Deutschlands. Trotz ihrer geringen Größe blickt Werben auf eine über 1.000-jährige Geschichte zurück. Die gut erhaltene Altstadt, die Backsteingotik und die Lage an der Elbe machen Werben zu einem besonderen Ausflugsziel in der Altmark.
Geschichte
Die erste urkundliche Erwähnung Werbens stammt aus dem Jahr 1005. Bereits 1151 erhielt der Ort durch Albrecht den Bären das Stadtrecht. Dank seiner Lage an der Elbe entwickelte sich Werben früh zu einem wichtigen Handelsplatz. Über den Fluss wurden Waren wie Getreide, Holz, Salz und Tuch transportiert und mit anderen Städten gehandelt.
Im Jahr 1358 trat Werben der Hanse bei und wurde Teil des bedeutendsten Handelsnetzwerks des Mittelalters. Die Elbe gehörte zu den wichtigsten Handelswegen Europas und verband die Hansestädte im Binnenland mit den Nordseehäfen. Kaufleute aus Werben profitierten vom Fernhandel und den Privilegien der Hanse, wodurch die Stadt wirtschaftlich aufblühte.
Während des Dreißigjährigen Krieges verlor Werben an Bedeutung und wurde mehrfach zerstört. Dennoch ist die hanseatische Vergangenheit bis heute sichtbar. Der historische Stadtkern mit seinen Bürgerhäusern, Kirchen und Resten der Stadtbefestigung erinnert an die Zeit, als Werben ein bedeutender Handelsplatz an der Elbe war.
Sehenswürdigkeiten
Das bedeutendste Bauwerk der Stadt ist die St.-Johannis-Kirche. Die ursprünglich romanische Backsteinkirche entstand im 12. Jahrhundert und wurde später zu einer gotischen Hallenkirche erweitert. Im Inneren befinden sich zahlreiche kunsthistorisch wertvolle Ausstattungsstücke, darunter der berühmte Marienaltar sowie der Altar der Heiligen Sippe.
Ebenfalls sehenswert ist das Elbtor aus dem 15. Jahrhundert – das einzige erhaltene Stadttor der ehemaligen Stadtbefestigung. Von seiner Aussichtsplattform bietet sich ein weiter Blick über die Altstadt, die Elbauen und die zahlreichen Storchennester.
Zu den weiteren historischen Bauwerken gehören die Salzkirche, die heute als Kultur- und Veranstaltungsort genutzt wird, die romanische Lambertikapelle, eine der ältesten Niederlassungen des Johanniterordens in Norddeutschland, sowie zahlreiche restaurierte Fachwerk- und Bürgerhäuser rund um den historischen Marktplatz.
Storchenstadt an der Elbe
Werben trägt den Beinamen „Storchenstadt“. Jedes Frühjahr kehren zahlreiche Weißstörche in die Elbauen zurück und bauen ihre Horste auf Dächern, Schornsteinen und Kirchtürmen. Besonders vom Elbtor aus lassen sich die Tiere hervorragend beobachten. Die Verbindung aus historischer Altstadt und artenreicher Natur macht Werben zu einem beliebten Ziel für Naturfreunde und Fotografen.
Natur und Freizeit
Werben liegt im UNESCO-Biosphärenreservat Flusslandschaft Elbe. Der Elberadweg führt direkt durch die Hansestadt und zählt zu den beliebtesten Fernradwegen Deutschlands. Die weitläufigen Elbauen, Deiche und Altarme der Elbe laden zu Radtouren, Wanderungen und Vogelbeobachtungen ein. Auch Ausflüge in die Altmark oder zu den benachbarten Hansestädten entlang der Elbe lassen sich von Werben aus hervorragend unternehmen.
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St. Johannis in Werben – ein Meisterwerk der Backsteingotik an der Elbe Die älteste Kirche der Altmark erzählt ihre Geschichte
Es gibt Kirchen, die man besichtigt – und es gibt Kirchen, die man erlebt. Die St.-Johannis-Kirche in Werben gehört eindeutig…
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