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St. Marien Kirche Stralsund 1647 der höchste Kirchturm der Welt

Die St. Marien Kirche Stralsund ist eine dreischiffige Basilika aus dem Jahr 1298. Mit Sicherheit ist sie das imposanteste Bauwerk in der Hansestadt Stralsund. Bis zu einem Blitzeinschlag im Turm im Jahr 1647 galt sie mit 151 Metern als das höchste Gebäude der damaligen Welt. Vom jetzt 104 Meter hohen Turm kann man nach 345 Stufen hervorragend bis zur Insel Rügen blicken. Der Sakralbau, mit einem 96 Meter hohen und 32 Meter breiten Mittelschiff, gilt als ein Meisterwerk der gotischen Backsteinkunst.

St. Marien Kirche Stralsund
St. Marien Kirche Stralsund

Erbauung der St. Marien Kirche Stralsund

Als Vorbild für die St. Marien Kirche Stralsund gilt die gleichnamige Marienkirche in Luebeck. Allerdings wurden bei der dritten und größten Stadtkirche die Strebebögen und Strebepfeiler nicht sichtbar unter das Kirchendach verlegt. Strebebögen helfen beim Verteilen des hohen Gewichts auf die seitlichen Strebepfeiler. Vorwiegend kam beim Bau Backstein zum Einsatz. Im Sockel Bereich verwendete man jedoch auch Granitsteine. 1382 stürzte der damals errichtete und ungenügend befestigte Turm erstmals auf das Kirchenschiff. 1411 begann man mit dem Wiederaufbau der 1485 abgeschossen wurde. Zum Einsatz kam unter anderen 300 Zentner Kupfer. Die Turmspitze wurde am Marktplatz vom Meister Johannes Rose und seinen Gesellen vorgefertigt und dann montiert. Der schöne Dachreiter verfügt über eine Stundenglocke von 1411.

Blitzschlag im damals höchsten Gebäude der Welt

Der damalige Turm 151 Meter hohe Turm machte das Gebäude nach inoffiziellen Quellen zum damals höchsten Gebäude der Welt. Seefahrer konnte die Kirche schon von Weiten sehen. In Folge eines Blitz Einschlags 1647, fing der Turm jedoch Feuer und brannte ab. Man ersetzt den Turm 1708 mit einer breiten Barockhaube statt mit einem spitzen Helm. Die Höhe des neuen Turms beträgt 104 Meter und basiert auf einem quadratischen Plateau mit vier Ecktürmen. Die drei gewaltigen Kirchenschiffe werden von wunderschönen Netz-, Kreuzrippen- und Sternengewölben überspannt.

Stralsunder Bildersturm und Französische Revolution

In Folge des Stralsunder Bildersturms (Reformatorischer Bildersturm) 1522 wurden Gemälde, Skulpturen und bemalte Kirchenfenster mit Darstellungen von Jesus Christus aus Kirchen entfernt. Er war eine Begleiterscheinung der Reformation im 16. Jahrhundert. Die Reformation führte nach einer 30jährigen Auseinandersetzung, schließlich zur Teilung der Kirche in verschiedene Konfessionen (katholisch, evangelisch-lutherisch sowie reformiert). Auch die Besetzung durch französische Truppen mit der Nutzung als Pferdestall (1807 bis 1810) führte zu Schäden.

Orgel von Friedrich Stellwagen aus Lübeck

Der Orgelbaumeister aus Lübeck errichtete in der St. Marien Kirche Stralsund 1653-1659 seine letzte Orgel. Im 2. Weltkrieg wurde die Kirche beschädigt, die Barock-Orgel hatte man jedoch vorher ausgelagert. Sie wurde 2008 saniert und erklingt heute wieder im alten Klang. Sehenswert ist auch das Grabmal des schwedischen Grafen von Lilljenstedt mit einem schwarzen Marmorsarkophag von Johann Baptist Xavery 1732 (südlicher Chorumgang) sowie die Begräbniskapelle der Grafen Küssow (nördlicher Chorumgang).

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse.

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