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St. Marien Kirche Luebeck Mutter aller Backsteinkirchen

Die St. Marien Kirche Luebeck entstand zwischen den Jahren 1277 bis 1351. Sie geht auf die dort um 1160 errichtetet Stadtpfarrkirche aus Holz zurück, die kurz nach der Stadtgründung errichtet wurde. Die Stadt wurde Bischofstadt und 1251 begann der Umbau zur gotischen Kathedrale. Die Kirche St. Marien gilt als die „Mutterkirche der Backsteingotik“ und ist Vorbild für viele große Kirchenbauten im Ostseeraum.

Verzierter Eingangsbogen
Verzierter Eingangsbogen

Backsteingotik

Die Gotik ist eine architektonische Stilepoche des Mittelalters (11.-15. Jahrhundert). Bei der Backsteingotik handelt sich um eine architektonische Bauart des Nord- und Ostseeraums die im 12. Jahrhundert begann (Übergang von der Backsteinromanik) und im 16. Jahrhundert mit der Backsteinrenaissance endete. Backsteine (auch Ziegel oder Ziegelsteine) waren der meistverwendete Werkstoff dieser Region, da er einfach und preisgünstig herzustellen war sowie widerstandsfähig. Charakteristisch für die Backsteingotik waren die fehlenden und nicht zu realisierenden Figuren und Plastiken. Dafür hält dieser Stil viele wiederkehrende Muster und Ornamente bereit. Im späteren Verlauf brachte man noch verzierende Oberflächenelemente in Form von, glasierten Ziegeln hinzu oder auch weiß gekalkte Wände.

Glasuren

Glasuren entstehen durch Aufbringen meist farbiger Glasbestandteilen auf den Backstein. Diese verbinden sich bei hohen Temperaturen im Ofen zu wasserdichten Oberflächen. Häufig verwendete dekorative Elemente der Backsteingotik sind auch Friese (waagerechte Stilelemente) oder filigrane Maßwerke aus Stein zur Gestaltung von großen Fenstern. Teilweise kamen auch verzierende italienische Gotik Terracotten (italienisch terra cotta für gebrannte Erde, unglasierte keramische Erzeugnisse) in Form von Schmuckelementen zum Einsatz.

Architektur der St. Marien Kirche Luebeck

Bei der Marienkirche handelt es sich um eine Basilika mit zwei abgehenden kurzen Flügeln. Die Basilika (griechisch für Königshalle) war zu römischer Zeit Prachtgebäude in dem Gericht gehalten wurde oder gehandelt wurde (Markthalle). Die ersten Kirchenbauten zur Zeit der Christianisierung fußten alle auf dem Grundriss römischer Basiliken. Die hochgotische Basilika der Marienkirche erreicht eine innere Höhe von fast 40 Metern einer der beiden Türme erreicht 125 Meter.

Das Innere der Marienkirche

Im Inneren befindet sich ein Nachbau einer Astronomischen Uhr aus dem 16. Jahrhundert von 1967. Besonders schön sind auch die beiden Sandstein Reliefs des Bildhauers Heinrich Brabender von 1515 mit der Leidensgeschichte Christi. Der vergoldete Schnitzaltar (Marientidenkapelle) stammt hingegen aus der spätgotischen Zeit. Bemerkenswert ist auch das farbige Totentanzfenster (Lübecker Totentanz), einer Kopie des Originals von Bernd Notke (1463) das Carl Berkentien anfertigte. Die St. Marien Kirche verfügt über zwei Orgeln (Hauptorgel von 1377 sowie die Totentanzorgel von 1477) und sieben Glocken mit einem Durchmesser von bis zu 2,10 Metern und bis zu sechs Tonnen.

Wiederaufbau

1942 am Palmsonntag (Palmarum) wurde die St. Marien Kirche Luebeck beim Angriff britische Bomber auf die Lübecker Altstadt stark beschädigt. Die Turmdächer stürzten ein und die Totentanzorgel, auf der auch schon Bach gespielt haben soll, wurde zerstört. 1959 war der Wiederaufbau abgeschlossen. Der fehlende Dachreiter (30 Meter Turm auf dem Dach) wurde 1980 ergänzt.

Zerstörte Kirchenglocke Gedenkkappelle
Zerstörte Kirchenglocke Gedenkkappelle

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse.

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