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Oberlandesgericht Rostock

Das denkmalgeschützte, neugotische Ständehaus an der Wallstraße in Rostock wurde 1889-1893 errichtet und ist seit 1992 Sitz des Oberlandesgerichts (OLG), dem einzigen Oberlandesgericht in Mecklenburg-Vorpommern.

Oberlandesgericht Rostock

Ständehäuser

Ständehäuser waren der Versammlungs- und Tagungsort für die Landstände sowie der Sitz der Behörden der Stadt. Bei den Landständen handelte es sich um die politische Vertretung der Stände Adel (Herrscherdynastie), Klerus (Geistliche) und Bürger im Mittelalter sowie in der Frühen Neuzeit gegenüber den Landesherren.

Das Gebäude

Friedrich Franz III, Großherzog von Mecklenburg ließ das Gebäude vom damalige Architekten Gotthilf Ludwig Möckel errichten. Es vereint Stilelemente des wilhelminischen Historismus und der Neugotik sowie des Neubarocks der Hannoverschen Architekturschule. Die Reliefe (plastische Kunstwerke) an der Gebäudefassade stammen vom Tischler und Bildschnitzer Albert Kasch (1866 in Bad Doberan). Die vier markanten Figuren an der Hauptfassade stellen die Fürsten von Mecklenburg-Schwerin Johann Albrecht I., Christian Ludwig II. und Friedrich Franz II. sowie den Großherzog Georg von Mecklenburg-Strelitz dar. Unter dem farbigen, runden Wappen über dem Haupteingang ist das Motto „Per aspera ad astra“ (Durch das Raue zu den Sternen – Über Raue Pfade gelangt man zu den Sternen) eingefügt. Es wurde von Heinrich von Kleist zitiert und steht auch auf dem Wappen von Mecklenburg-Schwerin. Die drei Wappen darunter stehen links und rechts oben für Mecklenburg. Der goldene Greif steht für die Herrschaft Werle (Wenden) sowie rechts daneben die Herrschaft Stargard.

Gotthilf Ludwig Möckel

Möckel wurde 1838 im sächsischen Zwickau geboren und besuchte später eine einfache Bürgerschule. Bürgerschulen bereiteten Ihre Schüler nicht auf ein späteres Studium an der Universität, sondern auf eine praktische Tätigkeit vor. Im Anschluss absolvierte Möckel eine Maurerlehre und studierte parallel an der Königlichen Baugewerkschule in Chemnitz. Es folgten Stationen bei der Obererzgebirgischen Staatsbahn Chemnitz und im Architekturbüro Edwin Oppler in Hannover. Oppler war Vertreter der neugotischen Hannoverschen Architekturschule nach Conrad Wilhelm Hase. Den Bau von Gebäuden im Stil der Gotik lernte Gotthilf Möckel bei seinem folgenden Studium am Polytechnikum in Hannover (1861-1862). Möckel setzte zu Lebenszeit über 131 Bauprojekte um, darunter viele Kirchen und Villen. In Bad Doberan setzte er sich zur Ruhe.

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About Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse. Google+
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