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Holzkran Einfallsreiche Lastenheber des Mittelalters

Ein Holzkran wurde vor dem 20. Jahrhundert für das Be- und Entladen von Waren verwendet. Um Güter von Schiffen im tieferliegenden Hafenbecken zu heben, wurden diese Kräne direkt an der Kaimauer des Hafens erbaut und fest montiert. Mit einer Hebelast von bis zu zehn Tonnen und einem schwenkbaren Turm, waren Sie unverzichtbare Einrichtungen für den Transport von Waren.

Holzkran Stade am alten Hafenbecken
Holzkran Stade am alten Hafenbecken

Technik von Holzkraenen

Holzkraene wurden aus Holzfachwerk errichtet und erhielten ein vor Regen schützendes Dach aus Kupfer. Im unteren fest montierten Teil befand sich das runde/aufrecht montierte Tretrad mit mehreren Metern Durchmesser. Der obere Kranarm wurde auf einer senkrechten Achse/Drehspindel montiert und vom Rundbau gehalten. So war es möglich, den auf dem Kran-Haus befindlichen Ausleger um 360 Grad über eine lange Königswelle zu drehen.

Zum Anheben der Lasten verwendete man eine Kette die über eine Kettenwinde im Ausleger und bis zum unteren Tretrad führte. Dort mussten mehrere Menschen oder Nutztiere (Esel oder Pferde) im Tretlager auf und abgehen. Der Hebevorgang wurde also mit reiner Muskelkraft vollzogen. Damit der Kran nicht umkippen konnte und um hohe Lasten zu heben, wurden schwere Gegengewichte im Kranhaus platziert. Teilweise bestand dieses Gewicht aus bis zu 800 Kilogramm schweren Sandsteinblöcken. Für den Betrieb des Holzkrans wurde 10-12 Personen benötigt. Darunter Krantreter, -Schwenker und Helfer die die Lasten an- und abhakten.

Beispiele für Holzkraene

Lüneburg

Der Alter Kran am ehemaligen Ilmenau-Hafen in Lüneburg wurde erstmals 1330 urkundlich erwähnt. Er galt als einer der leistungsfähigsten Kräne in Norddeutschland, ist 15 Meter hoch und konnte über neun Tonnen heben. Vornehmlich wurde er für das Verschiffen von Salz aus der Saline, Salzheringen aus dem angrenzenden barocken Kaufhaus (Dat Heringshus), für das Heben von Brennholz, sowie für den Transport von Waren verwendet. Zum Einsatz kam der Kran bis ins Jahr 1860. Die genaue Funktionsweise lässt sich im Innern des Krans besichtigen.

Stade

Der Tretkran am Fischmarkt in Stade wurde 1889 abgebrochen. Der Rotary-Club der Stadt organisierte 1977 den Wiederaufbau des Eichenholz-Krans unter dem Architekten Hans-Otto Schlichtmann. Es handelt sich um einen Nachbau des Alten Kran in Lüneburg.

Allerdings wurde die Technik im Innern zu Gunsten einer Tourismusinformation weggelassen. Zuvor befand sich hier von 1661 bis 1898 der alte Stader Salzkran. Für die Benutzung verlangte die Hansestadt Stade hohe Pachtsummen. Mit fünf Tonnen Hebelast ließen sich so Waren vom Schiff zur anliegenden Stadtwaage befördern. Der Vorgängerbau wurde bereits 1337 urkundlich erwähnt und Opfer des Stadtbrands.

Rostock

Holzkran in Rostock am Warnowufer
Holzkran in Rostock am Warnowufer

Der Hafenkran in Rostock ist ebenfalls ein schönes Beispiel für einen Turmkran. Er entstand 1620 als Steinkran und wurde 1780 bis 1887 als Holzkran verwendet. Im Jahr 1996 erfolgte die sorgfältige Rekonstruktion nach Vorbau aus dem 19. Jahrhundert.

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Chris

Chris ist Hobbyfotograf aus dem schönen Hamburg mit einem Faible für architektonische Tag- und Nachtaufnahmen, Geschichte sowie der Hanse.

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